Mobiler Drogenkonsumraum kommt zum 03.12.2019

Den Presseberichten der letzten Wochen war zu entnehmen, dass die Stadt Köln nun den vom Stadtrat beschlossenen mobilen Drogenkonsumraum zum 3.12.2019 am Cäcilienhof (Kirche St. Peter) in der Nähe des Neumarkts in Betrieb nehmen wird.

Informationsveranstaltung des Gesundheitsamts

Hierzu hat das Gesundheitsamt zu einer Informationsveranstaltung für die Betroffenen eingeladen (Link zur Einladung). Diese findet statt:

am: Montag, den 25.11.2019
um: 18:00 – 20:00 Uhr
wo: Kirche Sankt Peter, Jabachstr. 1

Am 02.12.2019 zwischen 15:00 und 17:00 kann der mobile Drogenkonsumraum auf dem Cäcilienhof besichtigt werden.

Die Stadtverwaltung sieht im Drogenkonsumraum die Lösung für eine nachhaltige Verbesserung der Situation

Zielsetzung der Verwaltung ist es, mit diesem Konsumraum nachhaltige Verbesserungen für die Betroffenen herbeizuführen. Betroffene sind die Drogenkonsumenten, aber auch die vielen Anwohner, Kinder, Schüler, Studenten, Besucher, Pendler, Geschäftsleute und die hier arbeitenden Menschen. Wir wünschen der Verwaltung mit ihrer dafür präferierten Lösung “Drogenkonsumraum” viel Erfolg und ein sehr hohes Maß an Zielerreichung.

Vorschlag der Bürgerinitiative für einen Aktionsplan zu konkreten Umfeldverbesserungen positiv aufgegriffen

Als Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt fokussieren wir uns in unserer Arbeit gemeinsam mit den Akteuren vor Ort auf konkrete und messbare Maßnahmen zur Verbesserung unseres Wohn- und Arbeitsumfeldes. Hierzu haben wir in den Gesprächen der vergangenen Monate nicht nur mit der Politik, sondern nun auch mit dem Gesundheitsamt einen Nenner gefunden. Unseren Vorschlag eines gemeinsamen Aktionsplanes für konkrete und messbare Maßnahmen zu Umfeldverbesserungen standen Dr. Nießen (Leiter des Gesundheitsamts) und Prof. Wiesmüller (Leiter Infektions- und Umwelthygiene des Gesundheitsamts) sehr positiv gegenüber. Sie sicherten der Bürgerinitiative im direkten Gespräch auch zu, wenn nötig amtsübergreifende Kontakte für die Umsetzung der Punkte aus dem Aktionsplan herzustellen. Diesen Aktionsplan haben wir mit ersten Punkten am 20.11.2019 an die Leitung des Gesundheitsamts geschickt und warten nun auf konkrete zeitnahe Terminvorschläge zur Abarbeitung dieser. Denn die derzeitige Sitution erfordert akuten Handlungsbedarf.

Hinweise über Missstände bitte melden

Falls Sie konkrete Punkte im Alltag erleben die beseitigt werden müssen, um das Umfeld zu verbessern, bitten wie Sie, diese an buergerinitiative@zukunft-neumarkt.de zu melden und kurz zu schildern, gern auch mit Bildmaterial. Wir nehmen diese Punkte dann gern in den Aktionsplan zur Beseitigung dieser Missstände auf.

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Kölner Stadtrat kritisiert Pläne für Drogenkonsumraum an der Stadtbibliothek

Stadtverwaltung handelte an Beschlüssen des Rats vorbei – Oberbürgermeisterin Reker war informiert

Über die Pläne der Stadtverwaltung zur Errichtung eines provisorischen Drogenkonsumraums in Containern an der Stadtbibliothek berichteten wir bereits ausführlich in unserem Artikel vom 03.06.2019 (>Link). Wir haben diese Pläne als Bürgerinitiative bereits heftig kritisiert, da sie an den Beschlüssen des Rats der Stadt Köln aus dem Jahr 2018 vorbei gehen. Damals hatte der Rat lediglich beschlossen zwei mobile Fahrzeuge anzuschaffen in denen Drogen konsumiert werden können und wo Beratung stattfindet, um schnell Hilfe zu leisten und die Wirksamkeit des Hilfsangebots zu testen. Von einem Drogenkonsumraum in Containern an der Stadtbibliothek war nie die Rede! Hier handelte die Verwaltung eigenmächtig ohne politische Legitimation. Die Pläne waren lediglich mit der Kulturverwaltung und der Oberbürgermeisterin Henriette Reker abgestimmt, die diese unterstützt. (Quelle: KSTA 18.06.19)

Kölner Stadtrat kritisiert Pläne der Verwaltung heftig

Nun kritisiert auch der Kölner Stadtrat die Pläne des Sozialdezernenten Dr. Rau, wie der Kölner Stadtanzeiger am 18.06.2019 berichtet (>Link). Denn die politischen Entscheidungsträger waren über die Pläne der Verwaltung, die an den Beschlüssen des Rats vorbei gehen, nicht informiert. Genau diese fehlende Transparenz kritisierte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses der Stadt Köln Dr. Ralf Unna (Die Grünen). Jürgen Strahl, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion geht noch einen Schritt weiter: „Wir haben im Rat beschlossen, ein mobiles Drogenhilfeangebot in Fahrzeugen zu schaffen … Wir wollen, dass das mobile Angebot erst einmal etabliert und dann evaluiert wird, bevor weitere Maßnahmen in Betracht gezogen werden.” Diese Position können wir als Bürgerinitiative nur unterstützen!

Auch SPD und FDP kritisieren die Pläne der Verwaltung heftig, wie der Stadt-Anzeiger berichtet. So betont Bettina Houben von der FDP, dass die Pläne für einen Drogenkonsumraum an der Stadtbibliothek in Containern „nicht vernünftig und nicht zu realisieren“ seien. Michael Paetzold von der SPD betont, dass die Verwaltung doch nun erst einmal auf die mobilen Lösungen setzen solle,  „die für viel Geld angeschafft wurden“.

Förderverein der Stadtbibliothek kritisiert ebenfalls Pläne der Verwaltung

Auch der Förderverein der Stadtbibliothek kritisierte die Pläne der Verwaltung heftig, einen Drogenkonsumraum in Containern an der Stadtbibliothek einzurichten, wie der Stadt-Anzeiger berichtet. “Keine andere Großstadt platziere einen Drogenkonsumraum neben einer Schule, einem Kindergarten oder einer Bibliothek. Die Stadtbücherei habe eine Fürsorgepflicht gegenüber ihrer jungen Klientel. Diese würde ‘erheblich verletzt’ ” (Quelle: KSTA 18.06.19).

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Ist das Kunst oder kann das weg?

Ist das Kunst oder kann das weg? Genau diese Frage stellen wir uns. Kann uns das einer mal erklären?

Unser in der Nacht hell beleuchtetes Reissdorf-Männchen mitten auf dem Neumarkt, der sich eine Spritze setzt. Eine Holzbox auf dem Neumarkt und 3 weitere auf dem Josef-Haubrich-Hof mit der Aufschrift “Konsumfreiraum”.

In der Broschüre “Angstraum”, die man an der Installation auf dem Neumarkt findet, steht hierzu folgendes: Die Holzboxen “machen die Verdrängung sichtbar: Sie kartografieren die provisorischen Konsumverhinderungsarchitekturen … die an anderer Stelle [Josef-Haubrich-Hof] ehemals für Drogenkonsum genutzte Treppenabgänge verdecken. Flankiert wird die Box von der Adaption einer denkmalgeschützten Reklame für Kölsch [Reissdorf-Männchen] – jenes Suchtmittel, das die Identität einer ganzen Stadtgesellschaft prägt.”

Unsere Sproch und unser Kölsch – unser Kulturgut wird also gleichgesetzt mit Heroin und Crack? Illegaler Drogenhandel wird gleichgesetzt mit dem Verkauf von Kölsch in unseren Kneipen und Veedeln? Die wirklich häßlichen aber leider notwendigen Holzboxen als Sicherungsmaßnahmen zur Verhinderung des Schlimmsten, nämlich illegalem Drogenhandel und Drogenkonsum werden verharmlost mit dem Begriff “Konsumverhinderungsboxen” oder “Konsumfreiraum”?

Ist das vordergründige Argument der Initiatoren, Sichbarkeit für die Abhängigen zu schaffen, nicht eigentlich nur Vorwand für die eigentliche Botschaft, Drogen wie Marihuana, Heroin und Crack endlich zu legalisieren und gleichsetzen mit Kölsch, Wein und Hefeweizen? Ist es richtig diese ideologische und politische Diskussion hier am Neumarkt auf dem Rücken der Abhängigen und der Anwohner auszutragen? Ist es nicht viel wichtiger endlich wirksame, dezentrale und vor allem entzugsorientierte Hilfsangebote zu schaffen, um den Abhängigen zu helfen aus den Drogen herauszukommen, Drogenhandel einzudämmen und den Neumarkt so wieder zu einem lebens- und liebenswerten Ort zu machen, anstatt die Drogen mit einem “Reissdorf-Junkie” zu verherrlichen und den Konsum dieser hochgradig abhängig machenden gefährlichen Substanzen mit Kölsch gleichzusetzen?

Kann uns das ganze Projekt einer mal erklären? Klar ist eins: Förderer dieses 10-tägigen Projekts ist unter anderem auch die Stadt Köln mit 30.000 EUR! (Quelle: dpa) Die Künstler sind Alexandra Berlinger und Martin Wagner aus Wien. Die Brauerei Reissdorf hat die Einleitung rechtlicher Schritte angekündigt.

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Online-Umfrage: Sagen Sie uns Ihre Meinung

Die Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt führt aktuell eine Online-Umfrage durch. Diese dauert maximal 3 Minuten. Gern möchten wir von Ihnen wissen, was Sie von den Plänen der Stadtverwaltung halten, einen Drogenkonsumraum an der Stadtbibliothek einzurichten.

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Bitte leiten Sie den Link gern auch an Freunde, Nachbarn und Kollegen weiter.

Herzlichen Dank!

Ihre Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt e.V.

Alleingang der Stadtverwaltung: Drogenkonsumraum am Neumarkt soll in Containergebäude an die Stadtbibliothek

Die Pläne der Stadtverwaltung zur Errichtung eines Drogenkonsumraums am Neumarkt gehen nun in eine neue Runde. Dabei agiert die Stadtverwaltung unter Federführung des Sozialdezernenten Dr. Harald Rau an den Beschlüssen des Stadtrats vorbei!

Was genau plant die Stadtverwaltung?

(Quelle: Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger vom 30.05.2019)

Zwei Drogenmobile sollen kurzfristig an die Rückseite des Museum Schnütgen

Zwei Fahrzeuge sollen zwischen Museum Schnütgen und der Kirche St. Peter an der Jacobstraße stehen. In einem der Busse sollen Drogen konsumiert werden können, im anderen soll Beratung stattfinden. Ein mobiler Einsatz ist bei diesem Konzept erst einmal nicht zu erkennen, obwohl die Politik im Stadtrat eigentlich den mobilen Einsatz dieser Fahrzeuge auch an anderen Hotspots der Stadt beschlossen hat.

Stadt plant Containergebäude an der Stadtbibliothek für einen Drogenkonsumraum

Die mobilen Fahrzeuge an der Rückseite des Museums sollen durch einen Drogenkonsumraum abgelöst werden, der in Containerbauweise an der Stadtbibliothek platziert werden soll. Diese Container sollen so lange stehen bleiben, bis die Stadtverwaltung einen endgültigen Drogenkonsumraum gefunden hat. Dieser endgültige Raum soll dann in der Lungengasse (heutige Methadonausgabestelle) platziert werden.

Wie lange provisorische Einrichtungen in Köln stehen bleiben ist sicher vielen Bürgerinnen und Bürgern bekannt. Das Museum Schnütgen wird jährlich von ca. 100.000 Besuchern frequentiert. Die Stadtbibliothek täglich von 100en, an manchen Tagen sogar 1000en Kindern und Jugendlichen besucht wird. Auch der Schulweg unserer Kinder zur katholischen Hauptschule Großer Griechenmarkt führt dann, nach Planung der Stadtverwaltung, zukünftig direkt am Drogenkonsumraum vorbei. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass ab 2020 die Generalsanierung der Stadtbibliothek geplant ist, so dass da auch eine große Baustelle entsteht. Es wird dann ziemlich unübersichtlich da. Wie die Verwaltung da noch die öffentliche Sicherheit gewährleisten will, bleibt fraglich und wird sicherlich auch den Rat der Stadt Köln interessieren.

Verwaltung agiert eigenmächtig an Ratsbeschlüssen vorbei!

Damit agiert die Stadtverwaltung entgegen des Ratsbeschlusses aus 2018 die Drogenszene zu entzerren. Das Gegenteil ist der Fall: Die Verwaltung treibt mit ihren nun bekannt gewordenen Plänen die Konzentration der Szene rund um den Neumarkt weiter voran.

Der ist der Beschluss des Rats der Stadt Köln aus 2018 sehr klar: Anschaffung von mobilen Einrichtungen der Drogenhilfe für die verschiedenen Hotspots in Köln. Ziel dieser mobilen Einrichtungen war:

  • Die mobilen Fahrzeuge an verschieden Hotspots einzusetzen und damit für schnelle Hilfe zu sorgen
  • Den Neumarkt damit zu entlasten und die Drogenszene zu dezentralisieren
  • Die Wirkungsweise solcher mobilen Einrichtungen zu testen und Erfahrungen zu sammeln

Was nun aber die Stadtverwaltung an den Beschlüssen des Rats vorbei plant, hat mit der Entlastung des Neumarkts und dem gesamten Wohnumfeld nichts zu tun. Aus diesem Grund sind wir sehr gespannt, wie die politischen Entscheidungsträger auf die Pläne der Verwaltung reagieren.

Sagen Sie uns Ihre Meinung

Bitte nehmen Sie an unserer Online-Umfrage teil. Dort können Sie uns Ihre Meinung zur Situation am Neumarkt und den Plänen der Stadtverwaltung mitteilen.

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