Soll das die Zukunft des Neumarkts sein?

Es könnte auch ein Bericht über den Neumarkt sein, unseren Neumarkt in einem Jahr. Die Analogien sind erschreckend!

Aber es ist eine Doku über das Frankfurter Bahnhofsviertel mit insgesamt vier Drogenkonsumräumen, einer riesigen konzentrierten Drogenszene, einer erschreckenden Beschaffungskriminalität und einem nicht mehr zu kontrollierenden Drogenhandel.

Liberale Drogenpolitik steht in Frankfurt auf dem Prüfstand

Während in Frankfurt nun die liberale Drogenpolitik mit den eigens dafür eingerichteten Drogenkonsumräumen auf dem Prüfstand steht, hält man in Köln daran fest, dieses liberale Frankfurter Konzept umzusetzen und die Fehler der Drogenpolitik der letzten 20 Jahre zu wiederholen. Beginnen soll diese Odyssee ab 2018 am Kölner Neumarkt und nach dem Willen der Verwaltung Kölns bald in der ganzen Stadt umgesetzt sein.

ZDFinfo dokumentiert die ungeschönte Realität des Drogenalltags in Frankfurt

ZDFinfo dokumentiert die momentane Situation im Frankfurter Bahnhofsviertel. Offener Drogenkonsum auf den Straßen trotz vorhandener Drogenkonsumräume, Dealer an jeder Ecke und dazwischen die Polizei, die mit einem Großaufgebot versucht, der Drogenkriminalität Herr zu werden. Die ZDFinfo-Doku „Drogenalltag im Frankfurter Bahnhofsviertel“ dokumentiert die ungeschönte Realität und diskutiert die Fragen: Ist der viel gelobte Frankfurter Weg noch zeitgemäß? Sind Versäumnisse und fehlende Härte der Stadt Frankfurt schuld daran, dass die Drogenkriminalität in den vergangenen Jahren wieder zugenommen hat? Und wie kann den Suchtkranken wirklich geholfen werden?

Bürgerinitiative will eine bessere Zukunft für den Neumarkt und ganz Köln

Als Bürgerinitiative „Zukunft Neumarkt“ wollen wir uns dafür einsetzen, dass Köln eben nicht diesen Frankfurter Weg geht und sich damit die Fehler der Vergangenheit hier auch nicht wiederholen. Die Stadt Köln hält aber nach wie vor an diesem Konzept fest und will 2018 einen der größten Drogenkonsumräume Deutschlands am Neumarkt eröffnen. Weitere Räume sollen dann bald an weiteren Standorten in Köln folgen. In diesen Räumen sollen dann zuvor beim Dealer illegal beschaffte Drogen legal konsumiert werden können. Ein Anwohner in Frankfurt am Main beschreibt dieses skurrile „Drogenhilfe“-Konzept wie folgt:  „Ich geh als Junkie in einen Media Markt, klau ein Handy, geh dann zum Hehler, verkaufe das für 50 Euro (werde zum 2. mal kriminell), geh dann mit den 5o Euro zum Dealer und kauf mir Heroin (werde zum 3. mal kriminell) und geh dann in einen Druckraum und jag mir das legal in die Vene.“  (Quelle: ZDFinfo-Doku Drogenalltag im Frankfurter Bahnhofsviertel ab Minute 24:25).

Dieses Konzept kann doch nicht die Lösung des Kölner Drogenproblems sein! Genau das will aber die Stadt Köln umsetzen! Wir wollen, dass unsere Stadt von den Erfahrungen anderer lernt und einen neuen Weg geht, wie ihn auch die Frankfurter selbst fordern. Einen Weg, der die Drogenszene verkleinert, den Abhängigen hilft von der Sucht wegzukommen und die Belastungsgrenze der Anwohner, Geschäftsleute und Besucher nicht übersteigt. Unsere Ziele und Forderungen finden Sie hier: https://www.zukunft-neumarkt.de/ziele/

Keine Hoffnung für den Neumarkt?

Die Stadt Köln treibt die Einrichtung des geplanten Drogenkonsumraums (DKR) in der Thieboldsgasse voran. Das gab Sozialdezernent Dr. Harald Rau gestern anlässlich des „Runden Tisches Neumarkt“ bekannt. In einer nichtöffentlichen Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt sollen am 14. September die Gelder für die Anmietung und den Umbau freigeben werden. Allein die geplanten Kosten für den Umbau werden mit rund 750.000 Euro veranschlagt, hinzu kommen Mietkosten von jährlich rund 54.000 Euro.

Die Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt (BI) fordert, die Planung für den DKR am Neumarkt auszusetzen und über alternative Standorte nachzudenken. „Der Drogenkonsumraum in der Thieboldsgasse ist kontraproduktiv. Er führt zu einer weiteren Konzentration der Drogenszene und damit zur Verwahrlosung des Stadtteils, ohne den Abhängigen wirksam zu helfen.“ erklärt Joachim Bals für die BI.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Pressemeldung vom heute (05.09.017).

 

Stadt will Kontrollen verstärken

Die Berichte und die Arbeit unserer Bürgerinitiative in Bezug auf die Verbesserung der Sicherheit und Lebensqualität hier in der Innenstadt zeigen bei den Verantwortlichen der Stadt offensichtlich erste Wirkung. So schreibt der Kölner Stadtanzeiger in einem Bericht von heute folgendes:

„Die zunehmenden Beschwerden […] haben nun auch die Stadtverwaltung auf den Plan gerufen. Ab sofort werde der Ordnungsdienst den Kontrolldruck „auf die bekannten Hotspots“ in der Innenstadt deutlich erhöhen.“ – Quelle: http://www.ksta.de/28268664 ©2017

Ein erster Schritt in die richtige Richtung! Hoffen wir, dass nun wirklich etwas passiert.

Situation in der Innenstadt eskaliert weiter

Nachdem Gastronomen über Übergriffe auf ihre Kunden und Drogenhandel geklagt hatten (siehe Express-Artikel vom 21.08.2017 ), eskaliert die Situation in der Innenstadt weiter. Bei einer Kontrolle am Dienstag am Friesenplatz verletzten Junkies städtische Mitarbeiter bei einer Schlägerei. Im Folgenden geht’s zum Express-Artikel vom 24.8.2017, der hierüber ausführlich berichtet: http://mobil.express.de/koeln/drogen-szene-eskalation-am-friesenplatz–junkies-greifen-ordnungsamtler-an-28219012

Köln hat mittlerweile ein massives Drogenproblem! Dieses kann nur mit einem sinnvollen gesamtstädtischen Konzept gelöst werden, das auf eine dezentrale wohnsitznahe Versorgung der drogenabhängigen Menschen ausgerichtet ist und damit die Hilfsangebote auf viele Schultern verteilt. Eine Konzentration der Szene in der Innenstadt führt nicht nur zu Eskalationen, wie in dem Express-Artikel vom 24.8.17 dargestellt, sondern konterkariert auch Stadtentwicklungspolitik und übersteigt die Belastungsgrenze der Anwohner und Geschäftsleute in der Innenstadt. „Das ist […] Drogenpolitik gegen die Bürger der Innenstadt“, so der Stadtbezirksvorsitzende der JU-Innenstadt Matthias Imiolczyk. (Quelle: Pressemitteilung JU 01062017)

Nun plant die Stadt Köln, neben den bereits vorhandenen über 450 Hilfsangeboten für Drogenabhängige am Neumarkt noch eine weitere zusätzliche Einrichtung am Neumarkt zu eröffnen: einen der größten Drogenkonsumräume Deutschlands! Hier sollen sich nach dem Willen der Stadt dann Junkies ihre zuvor beim Dealer illegal beschafften Drogen spritzen können. Dies führt zu einer noch stärkeren Konzentration der Szene! Zudem ist es eine singuläre Maßnahme ohne ein erkennbares Konzept, welches auf eine Verkleinerung der Szene abzielt und die Menschen aus der Abhängigkeit führt. Im Gegenteil: sie werden in der Abhängigkeit gehalten.

Wir fordern Politik und Verwaltung der Stadt auf, die singuläre Maßnahme der Eröffnung eines der größten Drogenkonsumräume Deutschlands am Neumarkt zu stoppen und ernsthaft an einer gesamt­städtischen Lösung zu arbeiten. Wir Bürger sind hierzu bereit!

Bürgerinitiative erhält immer mehr Unterstützung

Die Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt erhält auch öffentlich immer mehr Unterstützung mit Ihren Forderungen nach einem Stopp zur Eröffnung des für 2018 geplanten Drogenkonsumraums am Neumarkt und Ihrer Forderung nach der Entwicklung eines gesamtstädtischen Drogenkonzepts! Denn es handelt sich hierbei nicht um ein singuläres Problem am Neumarkt, das mit einer singulären Maßnahme am Neumarkt behoben kann, sondern um ein gesamtstädtisches Problem. Friesenplatz, Erbertplatz, Clodwigplatz sind nur einige Beispiele.

In dieser Forderung unterstützt uns Burkhard Wennemar, Vorsitzender des Bürgervereins Kölner Eigelstein mit den Worten: „Wir fordern ein gesamtstädtisches Drogen- und Sicherheitskonzept, das über punktuelle Maßnahmen wie die Einrichtung eines Drogenkonsumraums hinausgeht, wie jetzt am Neumarkt geplant. Ein Drogenkonsumraum alleine schafft mehr Probleme als Lösungen und birgt die Gefahr, eine weitere Sogwirkung für Drogentourismus zu entwickeln. Klar ist, dass Suchtkranken geholfen werden muss, aber das darf die Belastungsgrenze der Anwohner nicht überschreiten.“ (Quelle: http://www.ksta.de/28102798 ©2017)

Unterstützung erhält die Bürgerinitiative auch von der CDU Köln. In einer öffentlichen Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt im Juni 2017 zum Thema „Drogenkonsumraum am Neumarkt“ sagte Ratsmitglied Dirk Michel (CDU) unter Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Vielleicht haben wir uns das Viertel mit seinen zahlreichen Belastungen nicht genau genug angesehen. Wenn man da jetzt noch drauf sattelt, kann das zu viel sein“. „Wir wollen einen Drogenkonsumraum, aber nicht in der Thieboldsgasse [Seitengasse direkt am Neumarkt]“ ergänzte sein Bezirkspolitiker Günter Leitner (CDU). (Quelle: http://www.ksta.de/27885810 ©2017)

Die Junge Union Innenstadt unterstützt ebenfalls die Positionen der Bürgerinitiative mit Ihrer Pressemitteilung vom Juni 2017 unter dem Titel „Keine Drogenpolitik gegen Kölner Bürger“. Sie fordert darin, wie auch wir als Bürgerinitiative, die Aussetzung des Ratsbeschlusses für die Errichtung des Drogenkonsumraums am Neumarkt und tritt ebenfalls für eine Dezentralisierung des Hilfsangebots und für ein gesamtstädtisches Konzept ein. „Das ist nicht nur Drogenpolitik gegen die Bürger der Innenstadt, letztendlich auch gegen unsere soziale Verantwortung den Suchkranken über.“ erklärt der Stadtbezirksvorsitzende der JU-Innenstadt Matthias Imiolczyk. „Wir fordern eine generelle Dezentralisierung. Wäre es nicht sinnvoller die Verantwortung auf mehrere Schultern zu legen, Hilfeeinrichtungen am Neumarkt zu demontieren und in einem völlig neuen Konzept andere Stadtbezirke einzubinden“, so Imiolczyk. (Quelle: Pressemitteilung JU 01062017)

Konrad Adenauer, Enkel unseres ersten Bundeskanzlers und Vorstandsvorsitzender des Kölner Haus- und Grundbesitzervereins lehnt das Vorhaben der Stadt mit den Worten „völlig abwegig und überaus schädlich, nicht nur für die Anlieger, sondern für die ganze Stadt Köln“ ab. „Denn so wird am Neumarkt eine riesige Drogenszene entstehen wie wir sie vor Jahren erlebt und Gott sei Dank energisch und erfolgreich bekämpft haben. Bei dem Kölner Neumarkt handelt es sich um einen zentralen Verkehrsknotenpunkt, der schon jetzt viele Mängel aufzuweisen hat, insbesondere auch durch den Drogenhandel“, so Adenauer. (Quelle: Hauszeitschrift des Vereins „Eigentum Aktuell“).

Hiermit fordern wir als Bürgerinitiative die Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung der Stadt Köln auf, mit Experten und unter Einbeziehung von uns Bürgern ernsthaft an einer gesamtstädtischen Lösung zu arbeiten. Das Argument von Oberbürgermeisterin Henriette Reker „Niemand will so eine Einrichtung in der Nachbarschaft. Wenn wir die Anwohner fragen, kommen wir unserem Ziel keinen Millimeter weiter.“ lassen wir an der Stelle nicht gelten. (Quelle: http://www.ksta.de/27885810 ©2017) Bürgerbeteiligung ist an dieser Stelle von essenzieller Bedeutung! Die Anwohner vom Neumarkt tolerieren seit Jahren ca. 450 Plätze von Drogenhilfsangeboten in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld. Damit leistet der Neumarkt mit seinen angrenzenden Vierteln bereits heute den größten Beitrag im Rahmen der Drogenhilfe für die gesamte Stadt. Dies zeigt enorme Toleranz! Mit der jetzt geplanten Eröffnung eines der größten Drogenkonsumräume Deutschlands für 2018 am Neumarkt wird dann jedoch die Toleranz- und Belastungsgrenze überschritten. Wir Bürger wollen ernsthaft an einer zukunftsgerichteten gesamtstädtischen Lösung arbeiten, die ALLEN gerecht wird.