ZDF.reportage greift unerträgliche Situation am Neumarkt auf

ZDF.reportage berichtet über die Drogenszene am Neumarkt und die für Anwohner und Geschäftsleute immer unerträglicher werdendere Situation. Der TV-Beitrag wurde am Sonntagabend (28.04.2019) um 18:00 Uhr ausgestrahlt. Ab Minute 12:16 geht‘s los.

ZDF-Reportage berichtet hier auch über den Ebertplatz ab Minute 27:22 . Hier wird deutlich, dass es mit ernst gemeintem politischen Willen, harten und klaren polizeilichen Maßnahmen sowie mit gesellschaftlichem Engagement auch schnell möglich ist, Raum der Öffentlichkeit zurückzugeben und nicht in Chaos und Kriminalität versinken zu lassen.

Dieses Handeln aller Akteure am Ebertplatz sollte auch Vorbild für den Neumarkt und viele andere Plätze der Kölner Innenstadt sein. Akzeptanz von Drogenhandel und Drogenkonsum mit öffentlich finanzierten Drogenkonsumräumen und mobilen Drogenbussen scheinen da nicht der richtige Weg zu sein!

Hier geht’s zum vollständigen Beitrag der ZDF.reportage vom 28.04.2019 mit dem Titel “Wie sicher sind unsere Städte”

 

Neumarkt: Drogenabhängiger bedroht mit Messer um die Mittagszeit wahllos Passanten

Direkt hinter dem Gesundheitsamt am Neumarkt bedrohte am Freitag, den 05.04.2019 zur Mittagseit kurz nach 12 Uhr ein Mann wahllos Menschen mit einem Messer! Der Mann ist ein Drogenabhängiger. Er „stolperte“ zuvor aus der Drogenhilfeeinrichtung der “Drogenhilfe Köln” hinter dem Gesundheitsamt, wie die Bildzeitung berichtete. Auch der Kölner Stadtanzeiger berichtete am 05.04. noch am frühen Abend über den Vorfall.

Hier muss unbedingt was passieren! Mittlerweile empfehlen sogar Schulen ihren Schülern bereits den südlichen Neumarkt zu meiden. Die ganzen Probleme am Neumarkt nun schnell mit einem Drogenkonsumraum und Drogenbussen am Neumarkt “wegzaubern” zu wollen kann auch nicht die Lösung sein! Akzeptanz von Drogenhandel und Drogenkonsum mit öffentlich finanzierten Drogenkonsumräumen aus Resignation und weil man schnell nichts besseres weiß, können nicht der richtige Weg sein. Das ist Anwohnern, Geschäftsleuten, Pendlern und Besuchern unserer Stadt nicht zuzumuten. Hier müssen andere Lösungen her.

Die Lösung muss doch lauten: weg von der bisher gescheiterten akzeptanzorienzierten Drogenpolitik hin zu wirklicher Hilfe beispielsweise mit zahlreichen Streetworkern, die den Menschen den Weg zum Entzug ebnen. Hotlines an die sich Bürger wenden können, um schnell Hilfe zu organisieren: Hilfe für die Anhängigen, aber auch Hilfe für die Menschen, die im Umfeld arbeiten, leben oder zur Schule gehen. Das muss eine moderne Gesellschaft doch leisten können.

Gleichzeitig brauchen wir mehr Polizeipräsenz: auch Sichtbare! – Dem Drogenhandel und den vielen Diebstählen muss Einhalt geboten werden und das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen muss erhöht werden. Der Ebertplatz hat im vergangenen Jahr gezeigt, dass dies möglich ist, mit ausreichendem Willen aller Beteiligter – insbesondere mit politischem Willen. Die Abhängigen in einem Drogenkonsumraum oder mobilen Drogenbussen am Neumarkt geballt im der Abhängigkeit zu halten, kann jedenfalls nicht die Lösung unserer modernen Stadtgesellschaft sein.

Henriette Reker, bitte nehmen Sie sich der Thematik aktiv an! Schaffen Sie Lösungen mit Perspektiven für Alle! Eine moderne Stadtgesellschaft muss Hilfe für die Schwachen leisten, sie muss aber auch eine gesunde Stadtentwicklung im Auge haben und für Sicherheit und Ordnung in der Stadtgesellschaft sorgen. Drogenhandel und Kriminalität haben da keinen Platz!

Gehen neue Bemühungen für die Lösung der Drogenproblematik Kölns wieder am Bürger vorbei?

Politik übt Druck auf Stadtverwaltung aus endlich Lösungen zu schaffen

Viel zu lange ist nichts passiert, um die Drogenproblematik Kölns zu lösen. Den ganzen Sommer über Stillstand. Dies ist nicht zuletzt auch der Tatsache geschuldet, dass sich Sozialdezernent Dr. Harald Rau den ganzen Sommer über um seine Kandidatur um das Amt des Oberbürgermeistes in Offenburg (Schwarzwald) gekümmert hat. Sein Ziel war es, nicht mehr nur in der 2. Reihe in Köln zu verwalten, sondern zukünftig als Oberbürgermeister Offenburgs zu gestalten, wie Rau selbst gegenüber der Badischen Zeitung vom 06.07.2018 deutlich machte. Nachdem er die Wahl in Offenburg jedoch verloren hat, kehrt er wieder zurück in die zweite Reihe auf seinen Posten als Sozialdezernent Kölns.

Nun wird es aber endlich Zeit als Sozialdezernent Kölns zu gestalten, anstatt zu verwalten Herr Dr. Rau! Auch die Kölner Stadtpolitik will nicht länger der Verwaltung zuschauen und warten. Wie der Kölner Stadt-Anzeiger vom 05.11.2018 berichtet, fordert die Politik Dr. Harald Rau auf nun endlich zu handeln, zu gestalten und Lösungen für die Drogenproblematik in Köln zu schaffen. Die Stadtverwaltung solle nicht länger „perfektionistisch an der Goldlösung feilen“ sondern handeln, so die Meinung der Politik. Dieser Aussage ist auch aus Sicht der Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt e.V. nichts hinzuzufügen.

Statt Drogenkonsumraum soll erstmal das Drogenkonsum-Mobil kommen

Die Politiker aus CDU, Die Grünen, SPD und FDP fordern die Anschaffung eines Drogenkonsum-Mobils, um schnell Hilfe zu schaffen. Hierbei handelt es sich beispielsweise um einen umgebauten Sprinter, in dem Drogen unter Aufsicht konsumiert werden können und wo Beratung stattfindet. Aus einer Konzeptskizze der Drogenhilfeexperten des Sozialdiensts Katholischer Männer Köln (SKM) zu mobiler Suchthilfe geht hervor, dass auch die Experten des SKM mobile Lösungen zur Entlastung von Brennpunktbereichen, wie beispielsweise dem Neumarkt, als geeignetes Hilfsangebot ansehen. Die Experten schreiben in Ihrer Konzeptskizze weiter, dass sich das mobile Angebot insbesondere auch als Testphase eignet, wenn noch nicht absehbar ist, ob sich eine feste Einrichtung ökonomisch auch empfiehlt.

Auch aus Sicht der Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt e.V. ist eine mobile Lösung durch ein Drogenkonsum-Mobil eine durchaus tragbare Lösung, um Menschen in Not schnell Hilfe zu geben. Ob sich Wohn- und Arbeitsumfeld dadurch sicherer gestalten bleibt fraglich. Wir fordern daher ausdrücklich, dass diese mobilen Konzepte mit ordnungspolitischen Maßnahmen zur Erhaltung von Sicherheit und Ordnung flankiert werden. Auch sind intensive Einsätze der AWB zur Sicherstellung der Sauberkeit im Umfeld des Einsatzes dieser mobilen Drogenhilfeeinrichtungen erforderlich. Außerdem erwarten wir, dass das mobile Konzept auch wirklich mobil ist. Sprich: Der Bus heute am Neumarkt und morgen an einem anderen “Brennpunkt” ist. Was nicht akzeptabel sein kann ist, wenn der Bus dauerhaft am Neumarkt steht. Das würde das mobile Konzept ad absurdum führen!

Den Vorschlag zu einer mobilen Lösung für die schnelle Bereitstellung von Hilfe für die Abhängigen hatte die Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt gegenüber Stadtverwaltung und Stadtpolitik bereits 2017 angebracht, um das Hilfsangebot erst einmal mit mobilen Lösungen zu testen und zu schauen, wie sich das auch auf die Verbesserung des Wohnumfelds auswirkt. Der Vorschlag wurde von Seiten der Verwaltung damals jedoch zurückgewiesen.

Ein mobiles Konzept schafft schnell Hilfe und kostet nur einen Bruchteil

Dabei ist die mobile Lösung nicht nur deutlich schneller realisierbar und schafft damit deutlich schneller Hilfe, sondern kostet auch nur den Bruchteil einer stationären Lösung. Wie aus einem Konzeptpapier der Drogenhilfeexperten des SKM vom Juni dieses Jahres hervor geht, liegen die Investitionskosten für ein Drogenkonsum-Mobil bei ca. 80.000 – 100.000 EUR. Allein die Investitionskosten für den gescheiterten Drogenkonsumraum in der Thieboldsgasse waren dagegen mit ca. 1 Mio. EUR beziffert.

Das Drogenkonsum-Mobil hat aus unserer Sicht noch einen weiteren Vorteil: Durch die geringere Kapazität als ein fester Drogenkonsumraum wird sich die Szene am Neumarkt möglicherweise nicht weiter ballen. Denn er ist ja nicht jeden Tag am Neumarkt, sondern an verschiedenen Brennpunkten in Köln. Das trägt zur Dezentralisierung bei. Bleibt nur zu hoffen, dass das mobile Konzept auch mobil gelebt wird und der Bus nicht dauerhaft am Neumarkt stationiert wird. Ein weiterer Vorteil des mobilen Konzepts: beim mobilen Angebot sind ca. 3 Konsumvorgänge pro Stunde möglich (Quelle: KSTA, 05.11.2018). Der in der Thieboldsgasse ursprünglich geplante feste Drogenkonsumraum hingegen hätte mit geplanten 20 Konsumvorgängen pro Stunde mehr als das 6-fache an Kapazität gehabt!

Allein auch aus unserer sozialen Verantwortung heraus ist es daher zumindest einen Versuch wert zu schauen, wie die Maßnahmen mit dem mobilen Konzept wirken.

Sozialdezernent Dr. Rau will Bürgerbeteiligung zukünftig unterbinden

Leider sind Anwohner und Geschäftsleute am Neumarkt in die neuen Bemühungen der Stadt um die Lösung des Drogenproblems am Neumarkt in keiner Weise einbezogen. Stattdessen muss die Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt aus dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 05.11.2018 über neue Aktivitäten von Politik und Verwaltung erfahren.

Sozialdezernent Dr. Harald Rau machte gegenüber dem Kölner Stadt-Anzeiger sogar deutlich, dass er die Bürger in die Entscheidungsprozesse um die Lösung der Drogenproblematik am Neumarkt offenbar überhaupt nicht mehr einbeziehen will. Die Stimmen der Anwohner bezeichnet der Verwaltungsbeamte als „verhindernde Aktivitäten”, die er zukünftig nicht mehr zulassen werde. Er werde zukünftig erst dann an die Öffentlichkeit gehen, wenn die Mietverträge abgeschlossen sind, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger vom 05.11.2018.

Gegen diese Art von Arbeit der Stadtverwaltung wehren wir Bürger uns auf das Entschiedenste! Ziel muss sein Entscheidungsprozesse transparent und offen zu gestalten, die Bürger hierbei mit einzubeziehen und Politik nicht über die Köpfe der Bürger hinweg zu machen. Dabei war und ist Bürgerbeteiligung in dieser Angelegenheit immer auch der Wille der Kölner Stadtpolitik gewesen. Ohne die Anwohner geht es nicht, machen auch die Sozialträger in zahlreichen Veröffentlichungen deutlich.

Ob sich die Kölner Stadtpolitik nun dieser undemokratischen Vorgehensweise des Ausschlusses von Bürgerbeteiligung durch einen nicht gewählten Verwaltungsbeamten anschließt, bleibt abzuwarten.

 

Ihre Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt e.V.
Mail: buergerinitiative@zukunft-neumarkt.de

 

Sie wollen unseren Verein unterstützen? Hier erfahren Sie mehr.

Alles beim Alten….

Als Bürgerinitiative Zukunft Neumarkt werden nicht müde, immer wieder und wieder diese Bilder hier zu posten, um auf die Probleme am Neumarkt und in den angrenzenden Wohnvierteln aufmerksam zu machen.

Offenbar scheinen diese aber keinen der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt zu kümmern. Denn es ändert sich seit Jahren nichts. Und so bleiben die Anwohner und Geschäftsleute am Neumarkt, aber auch die Abhängigen und Obdachlosen weiter ihrem Schicksal überlassen.

Unser dafür verantwortlicher Sozialdezernent Dr. Harald Rau hat sich mitten während seiner Amtsperiode einfach kurzer Hand dazu entschlossen für die Wahl des Oberbürgermeisters in Offenburg am Rande des Schwarzwalds zu kandidieren. Aber vielleicht ist genau das auch wieder eine gute Chance für unsere Stadt…

Und während Dr.Harald Rau sich auf Wahlkampf im Ländle befindet, versinkt der Neumarkt und viele andere Plätze in Köln im Chaos von Drogen, Obdachlosigkeit und Verelendung des öffentlichen Raums. Auf der Strecke bleiben derzeit in jedem Fall die dringenden zu lösenden Aufgaben in Köln, für die er als Sozialdezernent in der Verantwortung steht. Das zeigen nur zu deutlich diese Bilder vom Neumarkt!